Jeder trug ihn vor gar nicht allzu langer Zeit fast täglich mit sich herum, inzwischen wird er im Alltag nicht mehr gebraucht, dennoch ist er in fast jedem Haushalt noch zu finden. Die Rede ist von dem am 16. April 1991 von der Deutschen Bundesbank eingeführten Zehn-DM-Schein. Er war dem Mathematiker, Astronomen, Physiker und Geodäten Carl Friedrich Gauß gewidmet. […]

Seit 1815 begann man in ganz Europa flächendeckend mit der Landesvermessung, da man sich in politischen und militärischen Führungskreisen erhoffte, durch exaktere Karten im Krieg präziser agieren zu können. […] [Dazu nutzte man ein] von dem Niederländer Snellius 1615 erfundenes Verfahren der Triangulation. Dabei wurde die zu vermessende Landesfläche mit einem Netz von Dreiecken überzogen, dessen Eckpunkte zwischen 30 und 100 Kilometer auseinanderlagen. Diese Eckpunkte waren meist Kirchtürme oder Anhöhen. […]

Im Jahr 1816 konnte der dänische Astronom Heinrich Christian Schumacher […] den dänischen König Friedrich IV. davon überzeugen, ihm den Auftrag zu erteilen, das Königreich Dänemark zu vermessen. […] Dafür bat er Gauß um Hilfe, ihm bei den Vermessungen zu assistieren. Bei dem Vorhaben war es notwendig, auch Teile des Königreiches Hannover zu vermessen. […] So kam es dazu, dass Gauß 1820 von dem britischen König Georg IV – der gleichzeitig König von Hannover war – beauftragt wurde, auch dieses zu vermessen. […]

Gauß Dreiecksnetz sollte von Göttingen nach Hamburg reichen. […] Dabei spannte er ein Dreiecksnetz über das Weser-Ems-Dreieck, das insgesamt 17 Dreieckspunkte umfasste, darunter auch Zeven, […] das zugleich Eckpunkt von vier Dreiecken werden sollte. Von diesem Punkt aus mussten der Brilliter Berg, der Turm der Bremer Ansgari-Kirche, der Steinberg, Wilsede und der Litberg zu sehen sein. […] Seine gesamte Aufenthaltszeit in Zeven betrug ca. viereinhalb Wochen. Im Frühjahr 1824 und im Frühjahr 1825 jeweils zwei Wochen und schließlich im August 1825 nochmals einige Tage. […]

 

(Zusammengefasst aus der Facharbeit von Frederik J.: Gauß – ein Zevener Held?)

Der heilige Vitus oder auch Veit genannt, in Italien Guido, wurde in Sizilien, dem heutigen Mazaro del Vallo geboren, wann, ist aber nicht bekannt.  Er floh mit sieben Jahren aus Sizilien, da sein Glaube verboten wurde und er davon nicht ablassen wollte, mit seinem Erzieher Modestus und seiner Amme Crescentia nach Lucanien. Seine Familie war noch nicht zum Christentum bekehrt.

Er heilte viele Menschen unter anderem den Sohn des Kaisers Diocletian, wollte aber immer noch nicht von seinem Glauben ablassen und  wurde zur Strafe der Legende nach in einen Kessel mit siedendem Öl geworfen. Er und seine Anhänger stiegen aber unversehrt wieder aus diesem hinaus. Sie wurden auch den Löwen vorgeworfen, die jene aber nicht fraßen.  

Sein Leichnam wurde 538 nach Lucanien, 756 nach St. Denis und 836 nach Corvey gebracht. Sein Kopf und sein Arm liegen in Prag.  1231 wurden die Reliquien von Corvey nach Zeven gebracht.

Was war der Vitus alles? Er war Schutzpatron der Apotheker, Gastwirte, Bierbrauer, Winzer, Kupferschmied, Tänzer und Schauspieler. Zudem ist er der Patron von Prag, Sizilien und Sachsen, Böhmen, Rügen, Pommern, Niedersachsen und Corvey.

961 wurde das Frauenkloster in Heeslingen gegründet. Im Jahre 1144 wurde das Kloster nach Zeven verlegt. Wie schon in Heeslingen wurde hier der St. Vitus als Patron der Kirche gewählt.

Nach dem Vitus sind viele Orte in unserer Region benannt. Zum Beispiel das St.-Viti-Gymnasium, die St.-Viti-Kirche, der Vitus-Platz und der Vitus-Brunnen, der Vitus-Stein in der St.-Viti-Kirche sowie die dortigen Vitus-Fenster.

 

Laura K. und Sarah B. besuchten die achte Klasse des St.-Viti-Gymnasiums Zeven als sie  2009 einen Förderpreis des Bundespräsidenten beim Geschichtswettbewerb mit ihrem Beitrag  über die Legende vom heiligen Vitus gewannen. Der oben stehende Text ist eine Zusammenfassung ihres Artikels aus der Zevener Zeitung vom 26.8.2009.