Zevener Zeitung vom 10.07.2015:

Zevener Zeitung vom 29.11.2014:

Zevener Zeitung vom 11.03.2014:

„Es gäbe noch viel zu sagen – schweigen wir lieber.“

Die Zevener Konvention ist eine 1757 im Kloster Zeven getroffene Neutralitätserklärung des Herzogs von Cumberland gegenüber den Franzosen im Siebenjährigen Krieg.

Das Christinenhaus wurde in der Mitte des 17. Jahrhunderts errichtet und ist das älteste, nicht kirchliche, Gebäude in Zeven. Es diente ursprünglich als ein Gästehaus des Klosters bzw. als ein Sitz des Klosteramtmannes. Es erhielt jedoch  seinen Namen von der Königin Christin von Schweden (1626-1689). Diese soll nämlich in diesem Haus übernachtet haben.

Die an vielen Orten gegenwärtigen Kriegerdenkmäler verweisen auf eine Gruppe, die oft als Helden bezeichnet werden: Gefallene. […] Demgegenüber [steht] die Geschichte des russischen Friedhofs in Zeven, einem Gräberfeld außerhalb der Stadt, auf dem russische Zwangsarbeiter bestattet wurden. Bis heute ist er in der Stadt kaum bekannt. […]

Ein von zwei Rhododendren gesäumter Gedenkstein berichtet von den 170 unbekannten Soldaten, die hier liegen. […] Die hier Begrabenen sind nicht im Kampf gefallen, sondern  als Zwangsarbeiter in der Muna gestorben. […] Kaum ein Zevener weiß von diesem unrühmlichen Teil der Geschichte unserer Stadt. Im Jahr 1941 wendete sich die Muna in einem Schreiben an die Wehrkreisverwaltung in Hamburg mit der Forderung nach Mitteln zur Schaffung eines Friedhofs für die verstorbenen Arbeiter. Ihre Zahl häufte sich und die Gefahr einer Epidemie drohte. In der Antwort aus Hamburg heißt es lapidar, dass die Zahl von 290 Arbeitern im Lager Zeven-Aspe nicht ausreiche um einen eigenen Friedhof zu rechtfertigen. Die Gemeinde, welche laut Hamburg für die Bestattung zuständig wäre, lehnte aber ebenfalls ab, weil die Größe des [eigenen] Friedhofs nicht ausreiche; und die Kirche als Eigentümerin desselben sprach von religiösen Bedenken, die Arbeiter dort liegen zu lassen. […] Nach langem bürokratischen Hin und Her wurde schließlich 1943 der Stadt ein Stück Land außerhalb des Ortes überschrieben, wo in den folgenden Jahren etwa 170 russische Zwangsarbeiter, ohne viel Aufsehen und Fragen zu erregen, bestattet wurden.

(Zusammengefasst aus der Facharbeit von Samuel S.: Gefallene – Opfer? Täter? Helden?)

Munitionsanstalten (umgangssprachlich auch Munas genannt) gab es in Deutschland schon seit dem Kaiserreich, vermehrt wurden sie aber erst während der nationalsozialistischen Herrschaft erbaut und in Betrieb genommen. […] Ihre Hauptaufgabe war es, Munition herzustellen beziehungsweise zusammenzusetzen und zu lagern. Dabei wurde zwischen drei Typen unterschieden: Heeres-, Luft- und Marine-Munitionsanstalten. […] Am 8.5.1939 kaufte die Heeresbauverwaltung das Grundstück [in Zeven] und die Bauarbeiten begannen. Der Standort Zeven-Aspe eignete sich vor allem durch seine dichte Vegetation, da diese eine gute Tarnung bot.  Der Bau erfolgte fast ausschließlich durch den Arbeitsdienst, der zuerst das ca. 150 Hektar große Grundstück einzäunte und dann die Muna errichtete. […] Als sie fertiggestellt war, verfügte die Munitionsanstalt über rund 90 unterirdische Bunker, in denen die Munition hergestellt und gelagert wurde.

Schon seit Beginn des Krieges setzte man ausländische Arbeitskräfte in Deutschland ein, um mit ihnen die Lücken derer zu füllen, die an der Front kämpften. Eine große Gruppe dieser Arbeiter bildeten die kriegsgefangenen Soldaten aus den feindlichen Nationen. […] Eine spezielle Behandlung bekamen dabei die östlichen, insbesondere die sowjetischen Kriegsgefangenen. Sie galten wegen der NS-Rassenideologie als Untermenschen und wurden als minderwertig angesehen. Sie wurden schlechter behandelt als beispielsweise französische Kriegsgefangene und für sie wurden strengere Auflagen bezüglich Unterbringung, Versorgung und Bewachung gemacht. […]

[Weitere Arbeitskräfte in Kriegszeiten waren Zevener] Frauen […], die sich diese Stelle aber meistens nicht freiwillig ausgesucht haben. Häufig wurden auch Frauen von außerhalb vom Arbeitsamt in die Muna geschickt, um dort ihren Arbeitsdienst, den jede Frau zu erfüllen hatte, abzuleisten.

(Zusammengefasst aus der Facharbeit von Ronja T.: Russische Zwangsarbeiter in Zeven. Nichtwissen oder Wissen um die europäischen Nachbarn in der Muna und die Behandlung der sowjetischen Kriegsgefangenen)