Geschichte der 5. Klassen u.a. zum Thema „Vom Eis zum Eisen - Leben in der Vorzeit“ im Schwedenspeicher Stade

Leben und Überleben in der Vorzeit: Während des Rundgangs durch die Ausstellung im Schwedenspeicher Stade wird berichtet von der eiszeitlichen Rentierjagd, von jungsteinzeitlichen Handwerkern und bronzezeitlichen Bestattungsritualen. An zahlreichen Mitmach-Stationen können die Schülerinnen und Schüler weben, Getreide mahlen, Feldbilder abreiben, Bogen schießen, Scherben kleben, Moorwege konstruieren und vieles andere mehr.

 

 

Studientag des 10. Jahrgangs in der Gedenkstätte Lager Sandbostel

Erinnerung  vor Ort: Rund 150 Kriegsgefangenenlager betrieben die Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland. Eines der größten dieser Lager befindet sich in unserer unmittelbaren Nähe:  Das im September 1939 von der Wehrmacht errichtete Kriegsgefangenen-Mannschafts-Stammlager (Stalag) XB Sandbostel bei Bremervörde. Auf dem 35  Hektar großem Gelände mit über 150 Unterkunfts-, Funktions- und Verwaltungsgebäuden sollten bis zu 30.000 Kriegsgefangene untergebracht werden.

Schätzungsweise 300.000 Kriegsgefangene und Internierte aus mehr als 55 Nationen haben während der gut fünfeinhalb Kriegsjahre das Lager bewohnt oder durchlaufen, wurden von dort aus auf Hunderte Arbeitskommandos zwischen Elbe und Weser verteilt, wo sie in der Landwirtschaft, aber auch in der Industrie und Rüstungsproduktion eigesetzt wurden. Im April 1945 kamen etwa 9.500 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg noch nach Sandbostel.

Insbesondere den sowjetischen Kriegsgefangenen versagte die Wehrmacht den Schutz durch das Kriegsvölkerrecht, so dass etwa 5.200 von ihnen und rund 2.500 KZ-Häftlinge dort starben. Wahrscheinlich ist die Zahl der Toten aber viel höher.

Über Jahrzehnte ist die Geschichte von Sandbostel verdrängt, verharmlost und vergessen worden. Inzwischen wird sie von der Gedenkstätte und Stiftung Lager Sandbostel aufgearbeitet.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts zum Thema Erinnerung verbringen die Schülerinnen und Schüler des 10. Jahrgangs einen Studientag in Sandbostel.

An diesem Tag lernen wir das ehemalige Kriegsgefangenenlager kennen, setzen uns mit dem Schicksal einzelner Gefangenengruppen auseinander und haben die Möglichkeit uns die Ausstellungen und die erhaltenen Gebäude anzuschauen.

Seitens der Gedenkstätte wird der Studientag von Carola Pliska, der pädagogischen Leiterin vor Ort organisiert und begleitet.

Ein Alleinstellungsmerkmal des Lagers Sandbostel sind die erhaltenen Gebäude, wie Lagerbaracken und Gemeinschaftsküchen. Gerade diese Gebäude ermöglichen es, sich zumindest in die Platzverhältnisse und annähernd in die damaligen Zustände hinein zu versetzen. Mit Hilfe von Foto- und Filmmaterial aus dem Archiv der Gedenkstätte werden während des Rundgangs an einigen Beispielen die Lebens- und Arbeitsverhältnisse der Lagerinsassen von uns analysiert und gleichzeitig der quellenkritische Umgang mit Bildmaterial als Zeitdokument eingeübt. So werden zum Beispiel nationalsozialistische Fotoaufnahmen des Lagers, mit Fotos der Kriegsgefangenen, die mit Hilfe geschmuggelter Kameras gemacht wurden, verglichen. Außerdem stellen die Schüler vor Ort gefertigte Referate über einzelne Schicksale von Kriegsgefangenen ihren Mitschülern vor, die sie anhand im dortigen Archiv zugänglicher Quellen erstellen.

In der 2013 neu eröffneten Dauerausstellung wird die Ungleichbehandlung, die Völkerrechtsverletzungen, als auch das bewusst in Kauf genommene Massensterben der sowjetischen Kriegsgefangenen und die Endkriegsverbrechen gegen die KZ-Häftlinge aus Neuengamme und seinen Außenlagern thematisiert.

Ein weiteres wichtiges Thema während des Tages ist auch die Erinnerungskultur in und um Sandbostel. Gesprochen wird über das Verdrängen während des Kalten Kriegs, den Streit zwischen Parteien, Vereinen und Persönlichkeiten um die Gedenkstätte am Ort des Kriegsgefangenlagers und die Zukunft der Erinnerung im Zusammenhang mit der Gedenkstätte.