Exkursion zum ArcelorMittal Stahlwerk Bremen am 18.12.18 der Erdkundekurse von Herrn Kugeler und Herrn Präger (Jg. 12)

Das Stahlwerk ArcelorMittal in Bremen ist einer der größten Arbeitgeber der Region. Durch die überaus modernen Anlagen über die es verfügt werden Produktionen von über 3,5 Millionen Tonnen Rohstahl pro Jahr möglich gemacht. Das Stahlwerk Bremens gehört seit 2001 zum ArcelorMittal-Konzern. Neben der Hauptproduktion von Rohstahl bringt auch die Rolle der Koks-Produktion eine große Bedeutung für den Konzern mit sich.

Beobachtungen während der Exkursion

Um etwa 08:30 Uhr erfolgte unsere Ankunft mit dem Bus im ArcelorMittal Stahlwerk Bremen. Nach einer kurzen Einweisung durften sich die Kurse von Herrn Präger und Herrn Kugeler die für den Rundgang/Rundfahrt erforderlichen Schutzkleidungen anziehen. Hierzu gehörten eine Schutzjacke, Schutzhandschuhe, eine Schutzbrille und nicht zu vergessen natürlich ein Helm. Zusätzlich gab es Audioguides, die uns das Zuhören und Mitverfolgen der gesagten Informationen möglichst erleichtern sollten.

Zuerst fuhren wir mit dem Bus zur Ausbildungswerkstatt, wo Auszubildende auf das Berufsleben als Mechatroniker, Elektroniker oder Mechaniker vorbereitet werden. Es folgte eine Präsentation unserer Besichtigungsleiterin auf Grundlage einer PowerPoint. Nachdem wir Zahlen und Fakten sowie einen Lageplan des kompletten Gebietes des ArcelorMittal Stahlwerks Bremen vor Augen bekommen hatten, ging es auch schon weiter mit den Präsentationen von drei Auszubildenden über die Berufsmöglichkeiten, die ArcelorMittal bietet. So erfuhren wir zum Beispiel, dass es möglich ist, eine Ausbildung bei ArcelorMittal zu verkürzen, aber auch, dass gewisse Studiengänge vom Konzern finanziert werden (vorausgesetzt, es ist ein Studiengang der ebenfalls im Interesse ArcelorMittals liegt) und, dass man nach solch einem Studiengang und nach einer abgeschlossenen Ausbildung einen festen Arbeitsplatz im Konzern bekommen kann.

Nach viel Input zu den Berufsmöglichkeiten hatte jeder Kurs jeweils einen kleinen Rundgang im Ober- und Erdgeschoss und man konnte sich auf Grundlage der bereits gegebenen Informationen ein Bild zu einer beliebigen Ausbildung im Rahmen des Konzerns ArcelorMittals machen (z.B. Dreherei/Fräserei, Schweißerei). Anschließend sahen wir noch ein Abschlussprojekt eines Auszubildenden, um uns einen Blick davon zu verschaffen, was einen Elektroniker im letzten Ausbildungsjahr erwartet.

Damit verließen wir die Auszubildenden in ihren Werkstätten und fuhren mit dem Bus in Richtung Hafen, um uns die Terminals anzuschauen. Wir erfuhren unter Anderem, dass dort sehr viel Kohle importiert wird und überall standen Coils aus verschiedenen Sorten Rohstahl, die für die weitere Verarbeitung verwendet werden – zum Beispiel in der Automobilindustrie.

Lang verweilten wir dort nicht, denn wir fuhren direkt weiter zum aktiveren Teil unserer Exkursion: den Hochöfen. Wir sahen auf dem Weg dorthin, was alles für die Eisen- und Stahlproduktion benötigt wird. Einige von uns hatten zu diesem Zeitpunkt nämlich zum ersten Mal „richtiges“ Eisenerz gesehen. In verschiedenen Farben wie Rot und Braun (die durch Temperaturunterschiede zustande gekommen sind) stiegen die Eisenerzberge empor und beeindruckten uns zutiefst. Im Hochofen 2 angekommen, welcher der drittgrößte Hochofen Deutschlands ist, bekamen wir den ersten Schritt der Produktion zu Gesicht. Wir sahen das flüssige Roheisen. Dieses wird in sogenannten „Torpedos“ (Torpedo-ähnliche Wagons einer Lok) verstaut und dorthin gebracht, wo es als nächstes gebraucht wird.

 

Nach einer weiteren kurzen Busfahrt (und ein paar Treppenstufen) erreichten wir unser vorerst letztes Ziel für die Exkursion, den Konverter. Dort wird das flüssige Roheisen zusammen mit eisenhaltigem Schrott chargiert. Und das etwa 16 Minuten lang, bis in dem Konverter eine Temperatur von etwa 1670°C herrscht. Dann können im Konverter im Schritt Zwei mit genau berechneten Zusätzen verschiedene Stahlsorten erzeugt werden. Das Beobachten dieser ganzen Prozedur war ein äußerst interessanter und beeindruckender Prozess, welchen man so schnell nicht wieder sieht, wenn man sich nicht gerade dafür entscheidet, dort zu arbeiten.

Zurück im Bus gab es dann einen Applaus für unsere Besichtigungsleiterin und wir machten uns auf den Weg zurück zum ArcelorMittal Hauptgebäude vom Anfang. Auf dem Rückweg wurden wir noch von ein paar Loks „aufgehalten“, jedoch hielt es uns nicht davon ab unsere Schutzbekleidung wieder abzugeben und uns auf freundlichster Art zu bedanken.

Um etwa 14.00 Uhr waren wir zurück in Zeven.

 

Bericht: Antoni, Duc, Laurentine

 

Foto: KUG (über Mitarbeiterin ArcelorMittal)